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Wanderrouten

Tschierv - Lü - Lüsai - Fuldera

Wanderrouten · Schweiz
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m 2000 1900 1800 1700 1600 1500 8 7 6 5 4 3 2 1 km
leicht
8,4 km
2:30 h
362 hm
411 hm

Der Weg von Tschierv nach Lü ist bei Touristen kaum bekannt. Die Einheimischen gehen ihn gern. Selbst im Winter ist er nicht selten ausgetrampelt.

Der Name Tschierv bedeutet Hirsch. Früher bildeten Bergwerkarbeiten und Säumerdienste den Leuten Verdienstmöglichkeiten. In der Postkutschenzeit war Tschierv Pferdewechselstation. Heute ist es – abgesehen vom Verkehr - recht still in dem von der modernen Berglandwirtschaft geprägten Dorf.

Von Plaz aus wandern wir durch das Wiesengelände zu den letzten Häusern von Chasuras hinüber. Dann wenden wir uns rechts, also ostwärts, in das Tälchen der Aua da Laier. Im Wald quert der Pfad das Bächlein und zweigt in einer Kehre nach Lü Daint ab - wenn wir nicht direkt nach Lü hinaufstreben. Beide Möglichkeiten haben ihre Besonderheit. Der direkte Weg führt durch ein leicht gewelltes Wiesenland. Von Lü Daint aus aber gehen wir durch die ganze, anmutige Strassensiedlung Lü. Es ist die höchstgelegene, selbständige politische Gemeinde der Schweiz. Früher war da eine Säumerstation am Weg nach S-charl und Scuol. Wir geniessen die Sicht in das weite Bergland: im Vordergrund Piz Daint, Piz Dora, Chazforà und Turettas, in der Ferne die weite Welt des Ortlers.

Beim Weiterwandern halten wir uns - abgesehen von einer gut erkennbaren Abkürzung - mit Vorteil an das Fahrsträsschen. Es ist nicht sehr belebt. In Lüsai widmen wir uns dem eigenwillig geschmückten Wellen-Sgraffito-Haus. Wir können es nicht übersehen. Die ganze Fassade ist mit denselben ornamentalen Bändern überzogen. Nur einmal wechselt das Motiv seine Richtung. Unterhalb der Siedlung biegen wir in einer engen Kurve dann rechts ab. Ein schmaler Wanderweg führt uns zum Rombach, den wir - wie wenig später dann auch die Passstrasse - überqueren, bevor wir uns schliesslich im hübschen Fuldera umsehen. Den Namen hat das Dorf von Fundaria: Schmelze. Wir freuen uns an schmucken Fassadenmalereien und dem vom Tirol her variierten Engadiner Haustypus.

Profilbild von Antonella Klee
Autor
Antonella Klee
Aktualisierung: 05.06.2018
Schwierigkeit
leicht
Kondition
Höchster Punkt
1.914 m
Tiefster Punkt
1.608 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Weitere Infos und Links

Kratzen und Malen: 1467 hat ein italienischer Künstler -wahrscheinlich kam er aus der Gegend von Bormio - die Fensterumrahmungen am Calvenhaus in Müstair in der Sgraffito-Technik ausgeschmückt. Diese neue Dekorationsart erhielt in kurzer Zeit viele Freunde. Zunächst wird die Hausfassade roh verputzt und anschliessend mit einem feinen Kalkputz überzogen. Dieser Kalkmörtel wird entweder einfach mit feinem Sand oder sogar mit Tuffsand angemacht. Er wird mit der Kelle aufgetragen, gut verteilt und angedrückt. Dieser Kalkputz ist sehr widerstandsfähig und dauerhaft. Nun wird der Kalkputz mit recht dick angemachter Kalkmilch überstrichen - entweder das ganze Haus oder nur der Teil, der dekoriert werden soll. Solange dieser weisse Putz noch weich ist, können die gewünschten Motive herausgekratzt werden. Sie erscheinen dunkler als der Fassadenverputz, wirken aber immer lebendig, heben sich nie hart ab. Da und dort wurde es Brauch, den Kalkputz mit Holzkohlenstaub dunkler zu machen.

Parallel zur Sgraffitodekoration und besonders auch während späterer Zeit wurden im Münstertal und im Engadin unterhalb Sent auch farbige Hausdekorationen ausgeführt. Sgraffito-Technik und Fassadenmalerei werden im Münstertal und im Engadin bis heute weiter gepflegt. Nach einer Phase, in der recht plumpe, wesensfremde Dekorationsmotive verwendet wurden, achtet man heute verantwortungsbewusster wieder auf kunsthandwerklich einwandfreiere Gestaltungen.

Start

Koordinaten:
DG
46.627101, 10.333725
GMS
46°37'37.6"N 10°20'01.4"E
UTM
32T 602100 5164590
w3w 
///auszuliefern.dichtest.ausstattete

Wegbeschreibung

Tschierv - Lü - Lüsai - Fuldera

Hinweis

Wildruhezone Rez - Val S-chüra: 01.02 - 30.04
alle Hinweise zu Schutzgebieten

Öffentliche Verkehrsmittel

Anreise: Mit der Bahn nach Zernez und mit dem Postauto nach Tschierv.

Abreise: Mit dem Postauto von Fuldera nach Zernez und weiter mit der Bahn.

Koordinaten

DG
46.627101, 10.333725
GMS
46°37'37.6"N 10°20'01.4"E
UTM
32T 602100 5164590
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Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

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Schwierigkeit
leicht
Strecke
8,4 km
Dauer
2:30h
Aufstieg
362 hm
Abstieg
411 hm

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